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Mensch, Rind und Waldweide
eine kulturprägende Verbindung
Die Kultur eines Siedlungsgebietes wird wesentlich geprägt von
der möglichen optimalen Bodennutzung. Bei den Nomaden ist es die Viehzucht und bei den Inui ist die Grundlage die Jagd und der Fisch- fang. In Ägypten und Mesopo tamien (Sumer) war die Grundlage
zur Zeit der Hochkulturen der Ackerbau .
Problem: Welche optimal mögliche Bodennutzung formte die ´Kultur
der Post-Magdalénier im Gebiet der westlichen Ostsee?
Diese Frage erscheint auf den ersten Blick überflüssig,
denn sie ist oder erscheint seit 100 Jahren schlüssig beantwortet. Die Annahme: Die Entwicklung der Kultur im
im Norden wurde wesentlich beeinflusst durch den Vordern Orient. Dort sind Ackerbau und Viehzucht (?) eindeutig die materielle Grundlage der frühen Hochkulturen.
Naheliegend dann die Anahme, dass aus diesen Gebieten die kultur- prägende Kenntnis des Ackerbaus etwa ab dem 6.ten Jahrausend v. auch in den Norden gelangte.
In der vorgelegten Arbeithypothese werden Zweifel formiliert
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Zum Ende der Eiszeit um10000 entsteht im Bereich der westlichen Ostsee ein extrem nördlich gelegenes Neuland. Es liegt geogra- phisch auf der Höhe von Neufundland oder Kamschatka. Ein Lebens- raum für Bären und Elche.
Die Voraussetzung für das Überleben der eingewanderten magda- lenischen Rentierjäger ist im Norden der Golfstrom und der Westwind. Deshalb gedeihen - trotz des ungemütlichen Breitengrades - im
´hohen´ Norden Hasel, Eiche, Linde, Ulme und später auch die Buche.
Es entsteht auf fruchtbaren ´dänischen´ Böden ein bewaldetes Grass- land.
Soweit wohl Übereinstimmung. Schwierig wird es, wenn nach der
best- möglichen Nutzung der Böden auf den Dänischen Inseln, Jütland
und Schleswig-Holstein gefragt wirdLohnte ein neolithischer Ackerbau im subkritischen Norden ?
Die Frage ist archäologisch quantitativ systembedingt wohl kaum zu
zu beantworten. Ein flächendeckender Nachweis gelingt nicht.
Hypothese: Die mesolithisch optimale Nutzung dieser vom Eis
befreiten dänischen´ Böden gelingt einem Tier, einer friedfertigen Kuh,
die sich melken lässt und gerne die Blätter in einem Laubwald frisst
Diese Hypothese wird gestützt dutch einen vermuteten
Ein Konkurrenzkampf zwischen Rind und Laubbaum.
Ein biologischer Kampf, den in der Regel der Laubwald verliert
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Archäologische Hinweise auf einen Konkurenzkampf zwischen Laub- wald und Rind gibt es in der Bronzezeit im Gebiet der westlichen Ostsee.
"Um etwa 2300 bis 1800 v. Chr. konnte im Polleninhalt der Moore
keine eigentliche Veränderung in der Zusammensetzung des Eichen-
mischwaldes festgestellt werden, wohl aber eine kräftige Expansion
solcher Kräuter, die zu einer offenen Grasslandschaft gehören, u.a. Grosser Wegerich und Weissklee. Das deutet auf das Bestehen von weitgestreckten Weideflächen mit frei umherziehendem Vieh ".
(Broendsted 1960)Entstanden die freien Flächen vielleicht durch Brandrodungen ? Probllematisch wohl im relativ feucht-kühlen Megalithgebiet der estlichen Ostsee einen hochstämmigen Laub- wald durch Feuer zu roden.
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Hutewälder
Waldweide , kein nachwachsendes Jungholz zu sehen. Verbiss.
Wenn die Kühe im Winter gefüttert und vor natürlichen Raubtieren z.B
Wölfen geschützt werden, dann vermehren sie sich und der Laubwald stirbt.
Die Folgen einer seit etwa 900 Jahren kontiernuierlich betriebenen Waldweide ist in Südengland anschaulich überliefert im Gebiet des
Das heutige Naturschutzgebiet diente den normannischen Herrschern als Fleischlieferant.
Rind und Pferd können sich bis heute in diesem Gebiet frei bewegen.
Zwischen grossen Weideflächen liegen einzelne Waldgebiete, die
heute forsftwirtschaftlich betrieben werden. Diese Waldflächen sind mit Gattern eingezäunt, um den Zugang von Rindern zu verhindern .
Auf den Almen, den Weideflächen der Alpen wird die Zahl der
Rinder begrenzt, um u.a. den angrenzenden Bergwald zu schützen.
Nach den Wüstungen der Pestperioden und dem 30-jährigen Krieg
fehlte es an Arbeitskräften. Es wurde verstärkt Vieh in die Wälder getrieben, Eine wahre "Hutewaldperiode" begann, die auch in Pollen-
an alysen nachweisbar ist.
Das Ende der Hutewälde r begann bereits im 17.Jahrhundert .Holz
wurde knapp. Hutewälder wurden weiter gerodet oder wegen der Holz-
not aufgeforstet . Die ungeregelter Waldnutzungen wurde verboten.
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Zurück ins Neolithikum, in die nordische Trichterbecher
Zeit (4100-2700 v.) mit ihren Magelithgräbern.
Es ist denkbar, dass das Rind sich im Gebiet der west- lichen Ostsee durchsetzte, weil der Mensch die natürliche Waldweide der ´Waldrinder´unterstützte.
Rentierjäger jagten nicht mehr die Beute.
Der Jäger wird zum Rinderhirten
Durch Fütterung im Winter wird die Überwinterung erleichtert.
Die natürlichen Feinde werden gejagt. Der Mensch verändert damit
allmählich das natürliche Gleichgewicht zwischen Raubtieren und
Pflanzenfressern. Der Jäger ersetzt das fehlende ´regulierende´ Raub- tier, u.a den Wolf..
Auerochse - Rückzüchtung klick
Es entsteht im Norden eine kulturptägende Lebensgemeinschaft, eine
Symbiose zwischen Mensch und Rind. Die Basis einer speziellen kulturellen Entwicklung der nordischen Post-Magdalénier wird erkennbar
Die weitere kulturelle Entwicklung im Norden
Zuerst nur eine Familie in einer Lichtung mit einigen Rindern. Durch
die Waldweide der Rinder können Jungbäume nicht nachwachsen.
Rodungen und Waldbränd geben keinen Sinn.
Die Lichtungen, die Familie und die Zahl der Rinder wird langsam grösser und grösser. Automatisch !
Mit der Milch, dem Blut und em Fleisch der Rinder gelingt die Anpas- sung der nordischen Post-Magdlénischen Rentierjäger. Die Gentik passt sich über die Lactase-Persistenz an.
Folgerichtig erscheint, dass eine Mutter-Kuh zur zentralen Gottheit einer Natureligion im Norden werden konnte
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Bronzezeit, Langhaus. Mensch und Rind unter einem Dach
Haus-Stallungen von 30 Tieren sind mit Beginn der Bronzezeit um 1800 v. nachgewiesen. Kühe wurden im Neolithikum in Stallungen im oder am Haus gehalten (s.Fokkens (Google))
Man wohnte mit den Kühen unter einem Dach . Naheliegend eine
enge wirtschaftliche, soziale und mythologische Verbindung zu ver-
muten .In der Folge wurde das Horn -neben der Sonne - zum Symbol einer im Ursprung wohl megalithischen Naturreligion.(Eine Symbolik. die sich auch in der Religion der Pharaonen nachweisen lässt)
Die Familien leben systembedingt eng zusammen mit ihren Tieren
in ihrer Lichtung, denn die Tiere müssen täglich mehrfach gemolken
werden. Die Lichtungen mit den Kühen bilden die Lebensgrundlage. Nur wenn es den Tieren gut geht, geht es auch den Menschen gut
Die Lebensgrundlage, die Lichtung mit den Kühen muss verteidiegt
werden. Folgerichtig tragen die ehemaligen Rentierjäger im Norden
- wie seit Jahrtausenden - weiter Waffen. Man hält Abstand zur
Lichtung des Nachbaren, denn der trägt auch Waffen. Es entsteht ein typisches Siedlungsverhalten .
Ohne ethnische Spannungen in der Annahme, dass in d ieses isolierte Gebiet weder Indogermanen, Kurganvölker, proto-Kelten oder Streit- axt- völker eingewandert sind.Tacitus berichtet Jahrtausende später in seiner Germania (16)
"Es ist allgemein bekannt, dass die Germanenstämme nicht in
Städten leben, ja überhaupt nichts von untereinander verbundenen Wohnsitzen wissen wollen; sie siedeln in einzelnen, weit ab liegenden Gehöften je nachdem wie ihnen ein Quell, ein Feld oder Hain gefällt."
Dörfer und Städte geben - bis in historische Zeiten - für milch trinkende´ Rinderhirten wirtschaftlich keinen Sinn. Sie ´stören´ den täglichen Ablauf.
Feudalistische Strukturen können sich im Norden nicht entwickeln. (Wer unterwirft wen? ) und damit sind die sozialen Voraussetzungen fur die Ent wicklung einer ´orientalischen´ Hochkultur, - materiell und soziologisch gegründet auf dem Ackerbau - im Norden nicht gegeben
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Kulturgüter, die den Archäolgen erfreuen müssen irgend wie bezahlt werden. Mit Frondienst oder Blut.
Problem: Wer erhebt bei Waffenträgern Steuern ?
Im neolithischen Norden bezahlte vermutlich keiner freiwillig für Dinge, die er nicht selbst verwenden konnte. Wer braucht im Norden als Pyra miden ? Für wen und für was ? Das Statussymbol war wie bei allen >Kapitalisten< die Anzahl der Häupter. (lat. CAPUT = Haupt)
Fazit
Bedingt durch Klima und Bodengüte entsteht im isolierten
Gebiet der westlichen Ostsee eine
Symbiose von Rind und Mensch.
Eine Kultur von waffentragenden, milchtrinkenden Rinderhirten.
P.S.
Hesiod ":Blüht dann die Distel, sitzt die Zikade schrillend im Baum und
giesst endlose Töne nieder, unter den Flügeln hervor, zur Zeit des läh-
menden Sommers, dann sind die Geissen am fettesten und der Wein
am besten, sind die Frauen am geilsten, die Männer aber am schlapp-
sten, weil ihn Sirius Haupt und Knie dörrt und ihr Leib vom Gluthauch
schmachtet. Da nun suche im Schatten am Fels und Thrakerwein,
Gerstenbrot mit Milch von entwöhnten Ziegen, Fleisch einer Kuh,
die frisches Laub geweidet."
Broendsted, J. Nordische Vorzeit, 1960
waldweide 14.07.04 , 11.07 up
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weiter Im Norden: Viehwirtschaft oder Ackerbau?
Im fruehen Norden lohnt sich der Ackerbau aus klimatischen Gruenden nicht
P.S.
Warum wurden die Wälder in Endneolithikum mit Feuer in eine offene Parklandschaft verwandelt? Hinter einer solchen großflächigen Umstrukturierung der Waldbestände muss ein Wirtschaftsphänomen stehen, das großflächig die Landschaft einbezieht. Die archäobotanisch nachgewiesene Ausbreitung von Weißdorn-Schlehen-Gebüschen kann eigentlich nur mit Viehweiden in Zusammenhang gebracht werden; viehwirtschaftliche Nutzung hat im Wurmtal sogar zur vorübergehenden Existenz einer grünlandartigen Vegetation geführt (Kalis / Meurers-Balke 2003, 265 ff.) Der gleichzeitige Rückgang von Ulmen- und von Lindenmischwäldern zeigt, dass sowohl die grundwasserbeeinflussten Böden in den Tälern als auch die Lindenwälder außerhalb der Täler betroffen waren. Offensichtlich wurden (mit Ausnahme der Erlenbruchwälder) alle Landschaftsbereiche umgestaltet – und zwar gleichgültig, ob sie vorher schon genutzt waren oder nicht, ob sie wie die Lösshochflächen eher für den Ackerbau oder wie die Bach- und Flusstäler eher für die Viehwirtschaft geeignet waren. Eine solche wenig selektive Nutzung finden wir heute vor allem bei einer Beweidung der Landschaft durch große Herden freilaufenden Viehs. Bei einer solchen Landschaftsnutzung sollte der Ackerbau eine geringere Rolle als vorher gespielt haben. Am Ende des Neolithikums hatte offenbar die bäuerliche Wirtschaftsweise ihren Schwerpunkt vom Ackerbau auf die Viehhaltung verlagert. (Google)
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