Viehwirtschaft oder Ackerbau ?
oder auf welcher Basis entstand eine Nordkultur?
Eine Voraussetzungen für die Entstehung einer HOCH- Kulkultur ist
eine ertragreiche Landwirtschaft Eine gut begründete Lehrmeinung
mit umfangreichem Kontext. Demnach naheliegend, auch im ´hohen Norden nach einem Ackerbau als Basis einer zumindest * erhöhten* Kultur zu suchen (Wie immer man sie definiert)Bislang die logischen Schlussfolgerungen:
1.) Hoch-Kulturen, vergleichbar mit Ägypten und Sumer konnten im Norden nicht entstehen. (Einverstanden.)
2.) Problematisch : Der Norden musste warten bis die Kenntnis des Ackerbaus etwa im 6.Jahrtausend im Verlauf einer Kulturübertragung
auch den Norden erreichte.
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Alles auf den ersten Blick als Lehrmeinung wohl vertretbar, zumal .für
eine Megalith-Kultur im Norden kein ausreichender Kontext verfügbar ist..Trotzdem scheint in der kulturellen Einschätzung des Nordens
etwas nicht zu stimmen. Besonders der biologisch problematische Milchzucker läßt einen kulturell folgenreichen Verdacht aufkommen
Waren vielleicht die Post-Magdalénier im Norden bis in historische Zeiten vornehmlich keine Bauern sondern Viehzüchter ?
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Hypothese:
Ein weiterführender Gesichtspunkt könnte im Norden die Waldweide
gewesen sein. Waldrinder,
die die Blätter von den Bäumen fressen.
und dadurch den Wald
zurückdrängen.
Mythologischer Ursprung
eines Rind und Mensch nährenden Welten
baum ?
Vielleicht der kulturelle Schlüssel für eine neolithische Nordkultur
Das Waldrind wird nicht mehr gejagd, sondern von post-magda- lénischen Rentierjägern behütet und im Winter gefüttert.
n einer Analyse hat Poulsen (1983) die Ertragskraft der dänischen Böden in der Bronzezeit analysiert
intregrierte Gesamtwirtschaft 6.4 (1.9)
nur Viehwirtschaft 4.9 (1.4)
nur Getreideanbau 2.1 (0.7)
Personen pro 100 Hektar (1 qkm) .In Klammern die Anzahl der Per- sonen, die auf Sandböden oder in Feuchtgebieten siedeln konnten.
Dazu passend eine Übersicht
"In den meisten vor- und frühgeschichtlichen Kulturen Europas waren Rinder die wichtigsten Milchlieferanten. Die Milchleistung der meist kleinwüchsigen Rinder wird in Abhängigkiet vom Ernährungszustand sowie von der Beanspruchung für die Zugleistung auf etwa 400-600 kg
in einer Laktationsperiode von 3 bis 4 Monaten geschätzt. Nach Abzug der für die Kälberaufzucht erforderlichen Milchmengen von
etwa 250 bis 350 kg verblieben für die Ernährung des Menschen etwa 150-250 kg Milch." .
Die Zugleistung beruht auf der Annahme einer Landwirtschaft
Benecke, N., Der Mensch und seine Haustiere. Die Geschichte einer jahrtausend
alten Beziehung, 1994
Der Brennwert von einem Liter Milch = 660 Cal.
Eine Kuh liefert pro Laktationsperiode 200 kg x 660 = 130 000 CalIn vier Jahren 4x130 000 (x 4.18 = kJoule) = 520 000 Cal
Das Fleisch einer Bronzezeit Kuh = 220 000 Cal
In vier Jahren
Fleisch 220 000 Cal
Milch 520 000 Cal + (vier Kaelber-) = 500 Calorien /Tag
Bei 2000 Calorien pro Tag werden etwa vier Kühe pro Person benötigt. Auch wenn die Analysenwerte systembedingt nur Anhaltspunkte sein können, zeigt sich eine deutliche Tendenz. Der gute Wert der Vieh- haltung wird durch die Milch bestimmt.
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Trichterbecher -Kultur (4200-2800 v.Chr.)
Trichterbecher und Megalithgräber
Für Kinder die Scnabeltasse. In der Form wird sie heute noch verwendet. Vielleicht kein Zufall, dass im Megalithgebieit der westlichen Ostsee ein Becher zum Symbol einer Kultur wurde. Naiv betrachtet:
Problem:Was wurde während tausend Jahren im Bereich der Trichter- becher Kulturen vorwiegend aus diesen ´kulturprägenden´ handlichen Bechern getrunken? "
Denkbar wären Wasser , Suppe, Met oder vielleicht sogar Milch ?
( Met ist ein Bier gebraut aus Honig und Malz. Indogermanische Basis * mehu Honig. Vergleichbar im altindisch (Sanscrit) madhu)
Die Vermutungen einer vornehmlich viehwirtschaftlich ausgerichteten Gesellschaft im Norden passt zur Beschreibung, dieTacitus später in seiner Germania über die Viehwirtschaft der Germanen gegeben hat. "Die Germanen freuen sich wenn sie viel Vieh haben, und das ist ihr einziger und der ihnen willkommenste Reichtum."
Nach Caesar im Bellum Gallicum bemühen sich die Germanen nicht
mit Eifer um den Ackerbau. "agriculturae non student". Es gibt einen einfachen Grund:. Im subkritischen Klima des Nordens lohnte sich der Ackerbau nicht und damit fehlte die ´materielle´ Grundlage für eine mormale *Hochkultur*
Vermutung: Solange nicht der Hunger eine wachsende Bevölkerung
zum zusätzlichen Ackerbau zwingt, sehe ich keinen Grund, weshalb *freie Rinderhirten* freiwillig Landarbeit verrichten sollen. Ein freier
Hirte schaut mit ´Verachtung´ auf einen an den Boden gebundenen Bauern.
Für die mühseligere Bestellung der Felder verwendet man, zumindest
in Hochkulturen, Untergebene, Leibeigene und Sklaven und die gab es im isolierten Norden zu dieser Zeit wohl nicht in kulturprägender Zahl.
Nausikaa, die schöne Tochter des Königs der Phäaken ::
Wahrlich der lebt noch nicht und wird niemals geboren, welcher käme
ins Land der phaeakischen Männer in Feindschaft, unsere Ruhe zu stören;denn sehr geliebt von den Göttern,wohnen wir abgesondert im wogenrauschenden Meere am Ende der Welt und haben mit keinem Gemeinaschaft
-------" Denn nahe wohnet uns niemand"."(Od.6/200,279 ff Voss)
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Facit:
Es ist ökonomisch nicht erkennbar, weshalb die Rentierjäger zur Zeit
der Post-Magdalénier im klimatisch subkritischen Gebiet der west-
lichen Ostsee an Stelle von Viehwirtschaft arbeitsaufwenwendigen Ackerbau betreiben sollten.
Es erscheint mir irreführend - in Anlehnung an den Orient - den Acker-
bau auch als Grundlage für eine Kultur im Norden anzunehmen
Im neolithischen Norden entsteht eine Kultur gegründet auf
Viehwirtschaft nicht auf Ackerbau.
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historisch
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Im Folgenden wird von einer anderen Hypothese ausgegangen, wesentlich
gegründet auf der verwunderlichen Verdauung von MIlchzucker.
Benecke, N., Der Mensch und seine Haustiere. Die Geschichte einer jahrtausenalten
Beziehung, 1994
Broendsted,J., Nordische Vorzeit, 1960
Sternberger,M., Nordische Vorzeit, Bd. IV,1977
Struve, K.W, Geschichte Schleswig-Holsteins. Die Bronzezeit, Periode I-III 1971
Viehwirtschaft 20.10.03
14.09.04 update
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Theorie könnte eine Antwort geben,
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