Gab es im Neolithikum bereits seegängige Boote ?
Hypothese: Angenommen es stimmt, dass bereits im vierten Jahrtausend
Gruppen aus den Megalithgebieten Nordwest Europas über die Flüsse
das Gebiet des Mittelmeeres erreichten, letztendlich über die Donau in die
Ägäis.Eine Hypothese, die voraussetzt, dass im neolithischen entsprechende
Boote gebaut werden konnten
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Egypt Cheops 2400 v.. Oseberg Nowegen 800
Zwei Schiffe mit dreitausend Jahren dazwischen. Beide mit einem hoch-
laufenden Bug- und Hecksteven .deren praktischer Nutzen ist nicht überzeu-
gend erkennbar.
Bemerkenswert die Spiralen in der Krone des Cheops und im Steven des Oseberg Schiffes.
Im Hintergrund im Norden und am Nil ein gemeinsamer Glaube.
Der Verstorbene benötigt ein Boot, um den Horizont jenseits des Meeres
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zu erreichen, in der Hoffnung dort die Götter zu treffen und die Unsterblich-
keit zu erwirken.
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Religion Nord - Süd
Problem:
Aus dem neolithischen Norden sind Hinweise auf´ seegaengige Schiffe
nicht überliefert. Für weitere archälogisch begrüdbare Überlegungen fehlt
der Kontext. Zumindest die Archaeologie hilft hier nicht weiter.
Ende der Suche? Die Vermutung, dass in der Steinzeit bereits Boote aus
dem Norden in den Nil eindrangen mag auf den ersten Blick fachlich provo-
zierend erscheinen, aber es gibt eine indirekte verborgene Spur .Die Werk-
zeuge und der Stand der Holzverarbeitung im neolithischen Norden und im pharaonischen Alt-Ägypten. Deshalb aus technischer Sicht die Frage:
Könnte man mit überlieferten neolithischen
Steinwerkzeugen heute ein
Plankenboot bauen ?
Negade II 3400 v.---------------------------------------------------------------------------------------------------------
Bemaltes Leinentuch (!!) aus einem Grabe bei Gebelen. Negadekultur II,
um 3400 v. . Wohl die älteste Abbildung eines Plankenbootes (?) mit systembedingtem´ seitlichenSteuermann am Heck mit langem Ruder. Man trägt - wie beim Narmer- einen Bart
(Bild in die Breite gezogen) ( Museo Egizio,Turin)
Poblem I : Z wischen diesem Boot der Negadekultur und dem Norden liegen
einige tausend Kilometer und 4000 Jahre.
Deshalb naheliegend die Vermutung, dass Technik und Form der altägyp-
tischen Boote irgendwann aus dem Mittelmeerraum im Laufe vonr Jahrtau-
senden irgendwie in den´hohen´ Norden gelangte.
Immerhin am Nil Pyramiden im Rahmen einer beginnenden Hochkultur,aber
NW-Europa nur Dolmen gefügt aus grossen Steinen.
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Für eine kulturelle Süd - Nord Verbindung gibt es einen schwerwiegenden
technisch - archaeologischen Einwand. Diese prädynastischen Holzboote
können am Nil kaum entwickelt und gebaut worden sein. Zwei Gründe:
1.) gibt es am Nil kein geeignetes spaltbares Langholz
2.) findet man im Ägypten des 4.Jts. kein entsprechendes Werkzeug.
(Lucas)
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Libanon Zedern Byblos
Spaltbares Zedernholz und Werkzeug gab es aber im benachbarten Libanon.
Es finden sich in Ghassul Hinweise auf eine *Ghassulien Flint Industry* mit
einer Spezialisierung zur Holzverarbeitung. (3800 ~.3350 v) (Elliot)
Es finden sich vermehrt Axt, Meissel und Bohrer. Ein Befund, der auch im Holz-
hafen Byblos nachzuweisen ist. Es wurde Kupfer geschmolzen und es wurden.
Tote in Dolmen bestattet.In Byblos neolithische Megalithiker aus dem Norden ?
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Wo lag der Ursprung dieser Boote?
Das Ursprungsgebiet der *megalithischen* Schiffe erscheint logisch´ be-
grenzt, wenn man nach der Notwendigkeit zum Bau von ´Seeschiffen´ fragt.
Wer benötigte in der Steinzeit zum Lebensunterhalt Boote, geeignet im´
offenen´ Meer einen mässigen Wellengang zu überstehen?
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In Ägypten und am Euphrat ist die Notwendigkeit zum Bootsbau offenkundig
Die Jagd, der Fischfang und der Handel benötigt Flussboote. In Mesopota-
mien sind es zu Zeiten Herodots die fellbespannten Rundboote, am Nil die
Papyrusboote. Die Boote sind technisch nicht anspruchsvoll. Sie sind leicht
zu bauen und entsprechend billig.Die Herausforderung zum Bootsbau wäre der gemächlich fliessende Nil. Es
besteht demnach für die Bootsbauer am Euphrat oder am Nil keine erkenn-
bare Notwendigkeit, sich über Wind, Seegang oder Navigation Gedanken
zu machen.
Im Norden gibt es ein anderes Bild. Die eingewanderten Post-Magdalénier
finden ein wildreiches, aber ungewohnt gefährliches Jagdgebiet;die dänische Inselgruppe mit den umgebenden Küsten. Die Rentierjäger passen sich an.
Die Jagd auf Dorsch, Seehund und Grönland - Robbe ist archaeologisch nachgewiesenEine Notwendigkeit "seetüchtige"´ Küsten-Boote zu entwickeln
wird im neolihischem Norden erkennbar. ---------------------------------------------------------------------------------------------------------
Plankenbau
im neolithischen Norden
zur Sache aus technischer Sicht
Im Norden sind Einbäume im 6.Jts. nachweisbar. Mit einem Einbaum wird
man sich kaum aufs offene Meer wagen können. Schiffe wurden bisher nicht gefunden, aber man kennt die Steinwerkzeuge aus dieser Zeit.
Der Versuch einer indirekten technischen ´ Beweisführung´ bietet sich an.
Konnte man heute mit neolithischen Werkzeugen Plankenschiffe bauen ? ---------------------------------------------------------------------------------------------------------
Vollraeder (3.Jts.)
a.) 3.Jts . Overijssel in Holland. Durchmesser 92 cm. Die nach beiden
Seiten herausragende Buchse ist 24 cm lang. D.h. die Spalt Bohle war
wenigstens 24 cm dick. Für die Anfertigung dieses Rades durfte ein gerade gewachsener Eichenstamm von wenigstens 135 cm Dicke erforderlich gewe-
sen sein. (van de Waals)b.)´Reparaturlösung´ eines einteiligen Scheibenrades aus Kideris. 3.Jts
Es wurden zwei ´Schwalbenschwänze´(!) verwendet.(Museum Herning)
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Man war bereits im Neolithikum in der Lage,
mit Steingeräten Bäume zu fällen, zu spalten und zu bearbeiten. (wie ist eine andere Frage.War die >Streitaxt< gar keine Streitaxt sondern eine Spaltaxt)
Ob und ab wann sie damit auch Plankenschiffe bauten wissen wir nicht.
Zumindest die Nord-Archäologie wäre überfragt, aber zwischen dem Einbaum
und den Vollrädern liegen 3000 Jahre ´learning by doing´. D.h., die nordischen Post-Magdalénier konnten über Jahrtausende mit ihrem wichtigsten Werkstoff,
dem Holz und dem heimischen Flintstein experimentieren.Wann der erste Baum gespalten wurde wissen wir nicht, aber im 5.Jt. lassen
sich im Hausbau Planken / Bohlen nachweisen.
Die Annahme, dass in Mesopotamien die ersten Wagen entwickelt wurden ist
eine Vermutung.Kann sein, muss aber nicht .
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Planken nähen
Um aus langen relativ dünnen Planken eine Bordwand zu fügen, müssen die
Planken miteinander verbunden werden. Im Norden werden sie * vernäht* .
Es entsteht die nordische Klinkermethode.
Problem: Zum "Nähen" müssen in die Planken Löcher gesetzt werden. Man
braucht Bohrer.
Genähte Planke, Schweden (http://www..foteviken.se/sewnboat/ planks.htm)
Auf frühneolitischen Fundplätzen wurden in Dänemark Flinsteinbohrer gefunden (Nielsen) Bemerkenswert die Zahl der Bohrer; 10-40% des jeweils gesamt ge- fundenen Flintsteininventars. Entsprechende Fundplätze in Mecklenburg erga-
ben 2-10 % Bohrer.( Wechler)
Bohrer gesamt %
Sidersted 24 100 24
Vaeby 37 337 11
Stengade II 26 658 4
Harvnelev 118 293 40
Flintsteinbohrer. (aktuelle Grösse)
Flintstein-Bohrer Wahlitz Kr.Burg, Mecklenburg, Roessner-Kultur.(3000-1800 v.)
natürliche Grösse. ( Frage: Für was brauchte man diese Zahl von Bohrern ?)Facit
Im 4.Jt. v. war im Norden Werkzeug verfügbar
1.) um baumlange Planken zu schlagen
2.) um in Planken Löcher zu bohren
3.) um baumlange Planken überlappend zu vernähen.
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D.h. mit den archäologisch nachweisbaren Werkzeugen könnten ´theoretisch´
im Norden bereits im Mesolithikum Plankenboote vom Typ der späteren Lang- boote Wikingerschiffe gebaut worden sein.
Zudem gibt im Norden eine direkte kulturelle Ver-
bindung zwischen genähten Fellbooten und genäh-
ten Plankenbooten.
Für die Jäger der Magdalénien -Kultur waren die wandernden Rentiere beim Durchschwimmen der Flüsse eine leichte Beute. Die Tiere wurden beim Schwimmen im Fluss von den Jägern in ihren Fell- booten im Wasser erschlagen. (Eine heute noch in
Sibirien verwendet Methode (TV)).
Zum Ende der Eiszeit um 10000 trennten sich Jäger und Rentiere. Die Rentiere zogen weiter nach Norden. Die Jäger blieben ohne die gewohnten Jagdtiere im Gebiet der westlichen Ostsee. Die offene See wurde zum > notwendigen< Jagd- gebiet,*seetüchtige* Boote wurden benötigt.
An Stelle der genähten Fellboote für den Fluss entstanden genähte
Plankenboote für die Jagd entlang den Küsten
------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------Die Plankenboote waren robuster. In der technischen Entwicklung nahezu
ausgreift in den späteren proto-wikingischen Langschiffen der Seevoelker.
Elliot, C. The Ghassulien Culture in Palestine: Origins, Influences and
Abandonments ,Levante X 1978
Hugot, H.J. und M. Bruggmann >Zehntausend Jahre Sahara< 1976
Lucas,A. and Harris, J.R. > Ancient Egyptian Materials and Industry, 1973<
Nielsen, P.O. >1985 Prozentualer Anteil der Flintgerätetypen im Material
frühneolithischer Fundplätze Dänemarks und Schonens (Sigersted und Havnelev.)
in >Beiträge zur frühneolithischen TBK im westlichen Ostseegebiet (Erstes
internationales TBK Symposium in Schleswig 1989<
van de Waals, Prehistoric disk Wheels into the Netherlands, 1964
Wechler, K.P. > Mesolithikum - Bandkeramik- Trichterbecherkultur.,1993
Zur Neolithisierung Mittel - und Ostdeutschlands aufgrund vergleichender
Untersuchungen zum Silexinventar<
Technik I 01.10.04 upd.
homeweiter Plankenboote waehrend 4000 Jahren
Langboote mit hochlaufendem Bug- und Hecksteven sind im Mittelmeer nachweisbar
etr