Dolmen, Giebeldächer und protodorische Säulen
Wenn vermutet wird, dass es eine gemeinsame europaeisch- vorderasia-
tische Naturreligion gegeben hat, dann wäre es naheliegend auch gemein-
same Bestattungsriten zu vermuten. Es gibt Hinweise im Norden, Ägypten
und Griechenland.
Hypothese :Vielleicht eine kulturelle Verbindung zwischen Dolmen und,
griechischen Tempeln und letztendlich gotischen Kathedralen ?
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Das "megalithische Steinhaus"
a) Der Dolmen von Lehmsieck. Schleswig-Holstein
b) Rügen.
Deng Hoog Sylt 2600-220 v. (Zeitgleich mit Mastaba, Pyramiden und Urhügel)
Versuch einer Erklärung: Der Mensch möchte in Gottesnähe, an einem ge-
weihten Ort bestattet werden. Die Agypter in Nähe der Pyramiden, die
Christen in Nähe einer Reliquie und die Megalithiker in einem Haus aus
Steinen, die vom Himmel gefallen sind. Aus einem Himmelsgewölbe, das
aus Steinen besteht.
Demnach könnte der Dolmen im Neolithikum den Kosmos symbolisieren.
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Giebeldach
Aus dem Dolmen entstand später bei Griechen und Römern ein Tempel mit
einem Giebeldach Dieses Giebeldach wurde durch Säulen gestützt. Symbo-
lisch funktionel die Verbindung von Himmel und Erde durch die Weltsäule. In Konsequenze der weiteren Entwicklung entstanden letztendlich die gotischen Kathedralen.
Es gab in Rom eine Diskussion zwischen Cicero und Caesar. Caesar wird
beschuldigt, dass er sich ein Haus mit einem Giebeldach gebaut hatte.
(Kaehler). Demnach naheliegend die Vermutung, dass bei den Römern das
Giebeldach ein hochrangiges Statussymbol war .Ein Symbol , das Caesar
unberechtigt für sich in Anspruch nahm
Nach der Ermordung von Caesar wurde im Senat diskutiert, ob sein Grab
durch einen Giebel hervorgehoben werden sollte. (Neuburger 1919, zit.?)
Welcher kulturelle Hintergrund führte bei den Römern zum Streit über ein
Giebeldach ?
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Die Sprachforschung mag einen weiterführenden Hinweis zum Giebeldach
geben. Das deutsche Wort "der FIRST"-Balken ist indogermanisch und be-
deutet im altindischen
hervorstehender Rücken, Gipfel ( KLUGE)
Etymologisch ist das Wort " der Fürst "
mit dem engl . "the first" = "der,die, das Erste" verwandt.
Der First eines Hauses ist die obere Kannte eines Giebeldaches mit dem
Firstbalken. Der Firstbalken wird getragen von Stützbalken.Die fränkische Lex Salica (520) ist das legislative Werk des Franken-Königs
Clodwig I...
5.)" Wenn jemand mit Gewalt ein Haus zerstört und es ist nachgewiesen,
dass dieses einen Stützbalken hatte, wer dieses wagt zahlt 45 Schilling"
(Die Tötung einer Magd:15 Schilling)
Hypothese:
1.) In einem Haus mit einem Giebeldach und einem Firstbalken wohnt ein "First"-"Fürst"
2.) Das Giebeldach war ein Statussymbol einer fränkischen Oberschicht
Zugegeben "weit" ausgeholt, aber die Archäologie vermag eine solche Hypothese zu stützen.
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Problem
Warum sollte ein im Norden klimatisch bedingtes normales Giebeldach bei
den Römern zum Streit führen? Vielleicht ein Grund. Giebeldächer gehören klimatisch nicht ins Mittelmeergebiet. Sie sind im Süden nicht heimisch.
Waren Giebeldächer im Süden ein eingeführtes " nordisches" Statussymbol ?
Naher Osten. Trockenes Wetter und der Mangel an langem Bauholz bedin-
gen über Jahrtausende eine natürliche Entwicklung zum Flachdach. Stangen-
holz bedeckt mit einer 30-50 cm Lage von Lehm. Troia VI (1200 v.) wird
im Modell mit Flachdächern dargestellt.
Im bewaldeten Norden war Langholz reichlich vorhanden. Bei Verwendung
von langen Bäumen oder entsprechenden Planken entstanden sytembedingt rechteckige Häuser. Der häufige Regen bedingt das schräge Dach mit
einem mittleren Stützbalken;diese verbunden mit dem Dach durch den First-
Balken.
D.h. das typisch rechteckige Haus mit einem Giebeldach ist technisch (Lang-
holz) und klimatisch (Regen) optimal dem Klima und den technischen Mög-
lichkeiten im Norden angepasst.
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Vor diesem technischen Hintergrund bemerkenswert, dass in Palestina
( Byblos, Ghassul (Totes Meer), Beeresheba , Hausurnen mit Giebeldach
verwendet wurden.(Perrot)
In unterschiedlich gestalteten Urnen wurde die Asche der Toten bestattet.
Es entstanden *Totenhäuser* in einem Gebiet mit zahlreichen, im Ursprung
unbekannten DolmenToten- Häuser´ mit Giebeldach clik
a ) Urnen a) Ghassul (Totes Meer) b,c,) Beersheba (Perrot),
b) Haus-Urne 7.-6. Jahrhundert v. Tocheim.(Mittel-Deutschland)
(nachweisbar in Holland, Dänemark, Schweden, Südslavien, Griechenland,
Italien, Ägypten und Japan.)
c) Xanthian Obelisk. Auf einer 11-m Säule ein Totenhaus mit Krepis und
Giebeldach. Griechenland c.400 v., Irland Muiredach Cross, 500 (X)
Angenommen die Megalithgräber in Palestina wurden von Seefahrern aus
Europa gebaut. Naheliegend dann, dass diese ´Einwanderer´ wie gewohnt
neben ihren Dolmen weiterhin rechteckige Giebelhäuser bauten .Die Bewoh-
ner von Byblos konnten es sich leisten, denn in der Nachbarschaft wuchsen
die Libanon-Zedern.
Teuere´ arbeitsaufwendige Dolmen für die herrschende Oberklasse, ein-
fachere Hausurnen für eine Mittelklasse ?
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Im ersten Jahrtausend v. entstanden grössere Totenhauser mit Giebeldach
Problem IIPersien, Kyros Grab (559-529 v.) Hierapolis Totenhäuser ~150
griechische. Nekropole Türkei
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Wie erwähnt ist im Norden die Entwicklung eines rechteckigen Hauses mit Giebeldach technisch und klmatisch begründbar. Schwierig wird die klima-
tische Begründung, wenn auch in Pyramiden die Decke einer Grabkammer giebelförmig gestaltet wird
a) Sakkara, Grab in der Pyramide des Mernete 6.Dyn. 2400 v. Das Grab
als symbolisches >Stein- Hause< mit Giebeldach ?. Dieses ´Dach´ ist mit
Sternen bedeckt. An der hinteren Firstwand Säulen? Ein Symbol des
gestirnten Himmels aus Stein ? Oder nur technisch bedingt, um Druckkräfte
zur Seite abzuleiten ?
b) Pyramide des Unas, um 2350 v. Hier erscheinen die ersten Pyramiden-
texte. Das Giebeldach bedeckt mit einem Relief aus vergoldeten Sternen auf
blauem Hintergrund. An den Seiten strichförmige Säulensymbole ?
c) Gotik Paris 1240 Sainte Chapelle.
Kulturelle Verbindungen zum Norden in Ägypten über die Tamahu und die
bislang rätselhaften 20000 Dolmen in Palästina ? Ein Ableger des Dolmen- Kosmos Gedankens ? Gab es vielleicht doch eine>>europaeische<< Megalith-Kultur ?
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Zum möglichen Steinhaus -Kosmos - Kontext gesellen sich im Alten Reich
kannelierte Säulen. Diese Säulen tragen giebelförmige Grabdecken.
Problem: Dieser spezielle Säulentyp wird zweitausend Jahre später auch
von den Doriern / Spartanern in Griechenland verwendet.
Champollion prägte den Begriff * Proto-Dorische Säulen*. Er entzifferte als
Erster 1824 ägyptische Hieroglyphen. Die Bezeichnung gründet im Glauben,
dass diese kannelierten *ägyptischen *Säulen den Doriern als Modell dienten.
Proto-Dorische Säulen in Agypten
a
b
a) Ägypten. König Djoser .Sakkara. Kannelierte Säulen. 3.Dyn. 2700 v. Im
Hintergrund die Stufenpyramide
b) Rekonstruierter Tempel-Eingang. Es sind wohl die ältesten nachweisbaren
Steinsäulen der Welt.
a
b
c
a,b.) Beni Hassan. Grabkammer aus dem Felsen geschlagen. Kannelierte
Säulen tragen ein gestirntes ´Giebeldach´.12.Dyn. (1900 v.)
c.) Deir El-Bahari; Mortuary Temple of Hatshepsut (18th Dinasty, 1490-1468)
Die Säulen wurden als Ganzes beim Aushöhlen der Kammer
stehen gelassen Der Säulenschaft ist nicht glatt, sondern
durch vertikal verlaufende Hohlkehlen (Kanäle) gekennzeich-
net.
Es sind an den Wänden ´Meander-Spiralen´ und Rosetten´ abgeblldet.
In ´Steinkammern´ solcher Grösse ist es statisch nicht zwingend erforderlich,
die Decke durch Träger zu stützen. Diese Säulen hatten wohl eher einen
mythischen Bezug. Denkbar, dass die kannelierten Säulen nicht die Decke
stützten. Sie stützten und trennten symbolisch den mit Sternen bedeckten
Himmel. (Schu, Yggdrasil)
Die kannelierten ´protodorischen´ Säulen in Ägypten gelten als
´Beweis´ für den ägyptischen Ursprung der dorischen Säulenordnng
(Vorsicht Lehrmeinung :-)
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2000 Jahre später in Griechenland
Dorische Säulen (600 v.)
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Hera-Tempel. c.600 v. Der älteste Dorische Tempel in Olympia. (Hera, Frau
des Zeus) Die typischen kannelierten Säulen sind im Stil unterschiedlich.
Sie waren ursprünglich aus Holz, wurden aber im Laufe der Jahunderte durch
Stein ersetzt. Der mythologische Hintergrund dieser Säulen ist problematisch
bis unbekannt
Kannelierung, vertikale Fissuren in der Rinde eines Baumes? Weltenbaum ?
Nach Vitruv sind die Kanneluren Falten des Gewandes einer jungen Frau.
Die Doppelspiralen der Ionischen Säulen sind ihr gelocktes Haar
Träume eines Architekten ?
"Der Begriff protodorische Säule ist aus den Wortteilen "proto" und "dorisch" entstanden
(wir kennen die Kombination auch vom "Prototyp = Urbild, Muster"; das, was dem Typ vorausgeht). Wegen der Ähnlichkeit der älteren ägyptischen kannelierten Säule/Pfeiler
hat man sie als "Vorläufer" der dorischen Säule n angesehen - tatsächlich lassen sich
jedoch keine Verbindungen zwischen beiden Typen herstellen.
Quelle: Arnold, D., Lexikon der ägyptischen Baukunst, Düsseldorf 1994
http://www.brown.edu/Departments/Classics/bcj/14-02.html english
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Problem
Warum verwendeten die Dorier/Spartaner kannelierte Säulen,
die 2000 Jahre vorher schon in Ägypten nachweisbar sind ?
Zwei Möglichkeiten:
1) Die um 1200 v. ins Mittelmeergebiet eindringenden Dorier/Seevölker über-
nehmen die Säulen aus Ägypten im Gefolge einer Kulturdrift. Ex oriente lux.
Ihre eigene kulturelle post- magdalénische Indentität verkümmerte in den Wanderungen der Urnenfelderzeit und den nachfolgenden Dunklen Jahren
nach 1200 v..
Die dorische Identität wurde im Kampf ums Überleben vergessen.
Um 1000 v. am Mittelmeer angekommen benötigte man eine neue Religion,
eine neue kulturelle Heimat. Mediterrane Hochkulturen bieten sich an. Die kriegerischen Dorer/Spartaner übernehmen ´kampflos´ religiöse Vorstellun-
gen der Ägypter, Sumerer, Kreter oder Mykener. Sie bauen ihren ´dorischen´
Tempel mit ´proto-dorischen´ Säilen übernommen aus Ägypten.
2) Die andere Müglichkeit. Es wurde nichts vergessen, aber ägyptische und mykenisch/dorisch/spartanische ´Oberschichten´ hatten gemeinsame *uralte*
Wurzeln.
HypotheseDolmen und Tempel waren megalitisch
europäisch - vorderasiatische Symbole des Kosmos.
Glueck,N. Explorations in Eastern Palestine, in Annals of the Amercan Schools
of Oriental Research, 1945-1949
Kaehler,H. Der griechische Tempel, 1964
KLUGE Etymologisches Wörterbuch der DeutschenSprache 1989
Menghin, W. Hallstattzeit. Die Altertümer im Museum für Vor- und Frühgeschichte
Bd.2 ,1999 Berlin,)
Perrot,J. Syrien-Palaestina, I ,1978
megalith-giebel 14.09.04 up,07.06*
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