Das Gilgamesch Epos und die Megalithiker
aus dem Norden
Vor dem Hintergrund der bisherigen Ueberlegungen zum vermuteten
nordeuropaeischem Ursprung der Megalithkulturen, eine letztendlich
verwunderliche Geschichte.
Eine Arbeitshypothese: gegründet in Nord und Süd auf
1.) Jus primae noctis (Das Recht der ersten Nacht)
2.) von Göttern geschützte Bäume (Zeder)
3.) ein Fährmann, zum Überwinden eines ´trennenden´ Wassers
4.) Der Ehrenkodex einer Kriegerkaste.
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Das aelteste Epos der Menscheit erzählt die Geschichte des sumeri- schen Königs Gilgamesch. http
Die Sagenbildung um Gilgamesch muss sehr frueh eingesetzt haben haben. Dabei werden sich vermutlich weitaus ältere mythische Über- lieferungen an Sagen mit geschichtlichem Hintergrund angehängt haben. Die Mehrzahl der bekannten sumerischen Mythendichtungen sind durch Abschriften aus der Zeit um 1700 v. überliefert.
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Jus primae noctis
Es wird vermutet, dass Gilgamesch als König des südbabylonischen Uruk wirklich gelebt hat, etwa zwischen 2750-2600 v. In der Sage wird er von den Göttern als Wildstier´ bezeichnet. In seiner Kraft allen
überlegen, ungestüm und fordernd bringt er Unruhe in seine Stadt.Problem : Er besteht auf dem Recht als Erstwerber. Er besteht auf dem Recht der ´Ersten Nacht´. Jus primae noctis
Die so zu Ehefrauen bestimmt sind,
beschläft er zuvor, dann erst der Ehemann,
nach göttlichem Rat ist´s gebotenDas gibt naturgemäß Ärger Die Götter wollen aber weiterhin ihre Ruhe und schaffen deshalb dem Gilgamesch einen Gegner, einen Wilden gleicher Stärke , der wie ein Tier mit anderen Tieren im Wald lebt.
Er heisst Enkidu. "Wettstreiten sollen sie - Uruk erhole sich."
Ein Jäger sieht diesen kraftstrotzenden Wilden und fürchtet sich.
Er sagt seinem Sohn, eine schöne Dirne herbeizuholen. Diese Frau bekommt vom Jäger den Auftrag, den Wilden zu verführen. Sie tut es während sechs Tagen und sieben Nächten. Danach fliehen die Tiere
des Waldes vor Enkidu, denn er ist kein Tier mehr. Durch die Frau ist aus dem Wilden ein Mensch geworden. Die Dirne führt Enkidu in die Stadt Uruk.Dort trifft er Gilgamesch. Nach einem kurzen Handgemenge werden beide unzertrennliche Freunde.
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Problem I: nach göttlichem Rat ist´s geboten.
Warum erlauben die Götter dem König die sexuelle Freiheit ?
Es könnte ein Zusammenhang geben zwischen dem Recht der ersten Nacht und
der Entwicklung der Indogermanen
Proto-germanishe Postmagdalenier verlassen ihre nördliche Heimat, unterwerfen fremde Siedlungsgebiete und gründen irgendwo eine eigene Herrschaft. Ihr Problem: Sie können auf ihren Raubzügen keine eigenen Frauen mitnehmen.
Problem II: Sie können ihren Besitz, ihre Macht nicht ihren eigenen Kindern vererben.
Problemlösung: Das Recht der ersten Nacht. Es entsteht ein Bettadel.
Eine Oberschicht, die untereinander verwandt ist
Die Sprache der Mütter bleibt weitgehend erhalten. Begriffe, die im täglichen Leben eine grundlegende Rolle spielen behalten linguistisch ihre germanischen Wurzeln.(Vater, Mutter, Bruder, Schwester, Nichte,Zahlen usw.)
Es entsteht eine - linguistisch definierte-
´ indo- germanische´ Mischsprache.
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Bäume und Götter
Eines Tages beschliesst Gilgamesch, berühmt zu werden. Er will im
Libanon als ruhmträchtige Heldentat die Zedern fällen
"Einen Namen, der dauert - mir will ich ihn setzen. -
--Ich will Hand anlegen, die Zedern abhauen".
Aus sumerischer Sicht ein verwunderliches Unternehmen. Uruk lag um 3000 v. noch in Nähe der Küste des Persischen Golfs; etwa 1000 km entfernt von den Zedernwäldern des Libanons.
(Eine megalitische Verbindung zwischen Sumer und den Dolmen in Palästina mit dem Steinkreis GILGAL ?)
Enkidu sagt zu Gilgamesch.
Wir sind nun herabgestiegen in den Zedernwald,
Nun wollen wir den Baum spalten und abreissen sein Astwerk.
Vorher müssen sie aber den heiligen Wächter der Zedern erschlagen
" Im Wald wohnt der reckenhafte Chumbabu
Ich und du, wir wollen ihn töten,
Aus dem Lande tilgen jegliches Böse!
Lass uns fällen den Zederbaum!"
Sie verstossen gegen den Willen der Götter.
Diese beschliessen als Strafe , Der, der den Bergen die Zedern entriss soll sterben. Enkidu stirbt qualvoll nach 12 Tagen, aber Gilgamesch soll weiter leben.
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Das Problem: Wo ist der mythische Bezug dieser Geschichte zu Uruk? Welchen Nutzen hätte Uruk, wenn ihr König im weit entfernten Libanon die Götter herausfordert? Weshalb schützt der sumerische Gott Enlil die Zedern im entfernten Libanon?
Vielleicht gelingt die Kombination, wenn man die Megalithgräber in Palaestina ins Spiel bringt. Denkbar wäre, dass Gilgamesch durch seinen Kampf mit dem Wächter die mythische Voraussetzung für die Gründung von Byblos schuf .Die Dolmenbauer im Libanon waren, wenn sie aus dem Norden gekommen sind, vermutlich Seefahrer. Sie brauchen für ihre Boote spaltbares Langholz..Archäölogisch nachweisbar entwickelt sich in Byblos und Ghassu eine Holzverarbeitung.
(Elliot,Ghassulienlint Industry)
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Die herrlichen, hochstämmigen Zedern mussten gefällt werden vielleicht mit einem leicht schlechten Gewissen, denn als Gilgamesch mit seinem Freund Enkidu den Zedernwald erreichent bleiben sie stehen:
Still standen sie am Rande des Waldes Die Höhe staunten sie an den Zedern.
Bei den Griechen verfolgt Herakles eine goldgehörnte Hischkuh (Pinda Ol.III 14 ff)"Diese verfolgend, sah er auch jenes Land jenseits des Wehen des kalten Boreas . Dort bieb er stehen ( im Lande der Hyperboreer) und bestaunte die Bäume"
Fest steht zumindest , dass im Norden Bäume verehrt wurden. (Bonifatius fällt die Donareiche) Ohne Weltenbaum keine Trennung von Himmel und Erde. Ohne stützendem Baum kein Leben.
Ein ´Baum´, stützte den ´megalithisch- europäisch - kleinasiatischen´ Himmel. Denkbar, dass ´seefahrende´ Rinderhirten aus dem Norden auch den Baumkult in den Mittelemeerraum brachten
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in Nord und Sued
Der von den Göttern als Strafe verhängte Tod seines Freundes grämt Gilgamesch sehr. Er sieht, dass Würmer das Gesicht seines Freundes zerfressen" Mir graute vor meines Freundes Aussehen". --- " Werd ich mich nicht auch so betten und nicht aufstehen in der Dauer der Ewigkeit?"
Gilgamesch ist verzweifelt und fragt nach einem Leben nach dem Tode. Er wandert umher, durch Steppen und über Meere. Endlich kommt er zur Wirtin Siduri, die da wohnt in des Meeres Abgeschiedenheit´. Er fragt sie
Du wohnst, meine Schenkin, am Gestade des Meeres,
Daher weiss du Bescheid, dein Herz umfasst alles.
Wohin ich gehen soll, weise mir !
Wenn es möglich ist will ich das Meer überschreiten!
Die Schenkin sprach zu ihm, zu Gilgamesch:
"Nicht gab es,Gilgamesch, je eine Ubergangsstelle
Und niemand, der seit vergangenen Zeiten herkommt,
geht übers Meer."
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Die Schenkin rät ihm, Urschanabi,den Fährmann aufzusuchen.Er wohnt, drinnen im Wald , denn dem gehoeren die ´Steinernen´.Die ´Steinernen´ sind gewaltige Ruderstangen, die nur für den Fährrmann nutzbar waren, nicht aber für Menschen. Sie waren so gestaltet, das sie das drohende Wasser des Todes ablaufen liessen, ohne dass ein Tropfen ins Fährboot fallen konnte
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Gilgamesch stürmt in den Wald, um die ´Steinernen´ zu erlangen. Der Fährmann weigert sich. Es kommt zum Kampf. Am Ende vertragen sie sich, aber die Ruder aus Stein sind beim Kampf zerbrochen.
Der Faehrmann sagt:
"Die Steinernen, Gilgamesch, waren es, welche mich hinüber bringen, auf dass ich nicht berühre die Wasser des Todes."
Das Ungestüm des Gilgamesch hat ein Problem geschaffen . "Wie kommt man ohne steinerne Ruder durch das Wasser des Todes?" Der Fährmann findet einen Ausweg. Gilgamesch soll im Wald 120 Stangen schlagen. Jede Stange wird nur einmal gebraucht und nicht ins Boot zurückgezogen. Kein Tropfen des Todeswasser kann deshalb ins Boot fallen.
Gilgamesch überquert das Meer und das abschliessende Wasser des Todes. Der Gott Utnapischtim, am Ende des Meeres, wundert sich:
"Weshalb sind des Schiffes Steinerne zerschlagen?
und fährt wer im Schiff, der kein Recht darauf hat?
Der da gekommen, der Mensch, ist doch keiner der
meinen?-----
Utnapitschtim sprach zu Gilgamesch
"Warum Gilgamesch, vermehrest du die Klage
Der du aus Fleisch der Götter und Menschen herrlich gestaltet bist,--"
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Der Ehrenkodex einer Kriegerkaste.
Die Grundtendenz des Epos ist offenkundig. Die Götter haben den Menschen den Tod zugewiesen. Sie sollen sich damit abfinden, nicht herumgrübeln sondern das Leben geniessen.
Die Schenkin sagt:
"Gilgamesch wohin läufst du?
Das Leben, das du suchst wirst du nicht finden!
Als die Gotter die Menschheit erschufen,
Teilten den Tod sie den Menschen zu,
Nahmen das Leben für sich in die Hand
Du, Gilgamesch, dein Bauch sei voll,
Ergötzen magst du dich Tag und Nacht!
Feiere täglich ein Freudenfest!
Tanz und spiel bei Tag und Nacht!
Schau den Kleinen an deiner Hand,
Die Gattin freu sich auf deinem Schoss!
Solcher Art ist das Werk des Menschen!"
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Einen Namen, der dauert- mir will ich ihn setzen" ---
Einen Kampf besteh ich, den ich nicht kenne, ----
Einen Weg befahr ich, den ich nicht kenne. ---- Das Selbstverständnis einer ruhelosen Kriegerkaste?
Kommt es nicht darauf an, für was oder gegen wen man kämpft? Ist es nur wichtig, wie man kämpft?. Vielleicht einer der Leitmotive der frühen >indo<-germanischen Wanderungen ?
Gilgamesch hätte in seinem Selbstverständnis ein gewaltbereiter Wikinger sein können, ein Mitglied einer Krtiegerkaste, dessen Ehren- kodex sein sterbender Freund Enkidu nicht gerecht werden konnte. Enkidu fürchtet sich.
»Mich hat, mein Freund, getroffent eine böse Verwünschung!
Nicht wie jemand mitten im Streite fällt, sterb ich,
Mich schreckte die Schlacht, so sterb ich ruhmlos.
Mein Freund, wer da fällt in der Schlacht, ist glücklich,Ich aber dulde Schmach im Sterben.« (7.Tafel)
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Dulce et decorum est pro patria mori
Bei den Römern: Süß und ehrenvoll ist es fürs Vaterland zu sterben (Horaz)
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Auch die nordische Religion spiegelt diese Grundhaltung. In histori- scher Zeit gelangt zu Odin, wer im Kampf mit der Waffe in der Hand
fällt. Zur Hel (Hölle) in der Unterwelt muss, wer den ´Strohtod´ im Bett erleidet.
-------------------------------------------------------------------------------"Die Hel aber warf er hinab nach Niflheim und gab ihr Gewalt über
neun Welten,dass sie denen Wohnung anwiese, die zu ihr gesendet würden: solche nämlich, die vor Alter oder an Krankheit starben" (Gylfaginning 34)
Facit:
Soweit das Gilgamesch Epos. Man könnte geneigt sein in diesem sumerischen Epos Spuren der Megalither aus dem Norden zuvermuten.
zugegeben ein weit hergeholtes ´Facit :-)
Elliot, C The Ghassulian Culture in Palestine: Origins, Influences and Abandonment, in Levant 1978
Albert Schott, ergänzt und Teilweise neugestaltet von Wolfram von Soden. Das Gilgamesch Epos,Reclam 1958
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