Irgendwann entstand aus einem Ruderboot ein seegängiges Segelschiff. Im Mittelmeer lässt sich verfolgen, wie dieses technische Problem im Laufe der Jahrhunderte gelöst wurde. Die ersten Hinweise geben die ältesten Schiffs-
bilder aus dem prädynastischen Ägypten. Es sind die typisch geformten
Papyrusboote der Jaeger und Fischer.
Mehrere Boote gemeinsam auf einer Keramik aus einem Grab in Hierakon-
polis (3200 v.) Eine Gruppe von weißen, gebogenen Booten ( nur eines ist
gezeichnet. Papyrusboot?)) zusammen mit einem einzigen
a) schwarzen Boot mit einem steil aufsteigenden Steven.Offensichtlich wurde
das einzelne schwarze Boote hervorgehoben. (Holzboot ?)
b) Nubt, Statue Sennefer. (Petrie) Mit typischen Steueruder am Heck.
c) Schiff auf der Rueckseite einer Griffschale aus Syros, Agäis (Frying Pans)
2800-2200 v.) Vergleichbar dem schwarzen Boot >.a<
( In der Ägäis wurden 12 dieser Abbildungen gefunden)Die Funktion des hochlaufenden Steven ist unbekannt.
Frage: Symbolisierten die hochlaufenden Steven bei den Seevölkern
und den späteren Wikingerboote den Hals eines Wasservogels mit
breitem Schnabel. Ein Schwan ?
Das gäbe Sinn, denn in der skandinavischen Mythologie geleiten
zwölf Walküren des Odins die Gefallenen ihrer Wahl vom Schlacht-
feld nach Walhall. Diese Walküren werden als Schwäne beschrieben.--------------------------------------------------------------------------------
Technik
Problem:. Der Fuss des Mastes drückt bei einem Segelschiff > gefährlich<
auf den Boden des Schiffes
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b) Verlängerter Steven mit Rahe (Querbalken) dient als Mast. Entscheidend bei
dieser Konstruktion ist die gemeinsame Position von Mastfuss und Bug-
spitze. Da vor dem Mast kein Vorschiff liegt, entsteht kein Biegemoment
zwischen Mastfuss und Bug. Es entsteht lediglich ein mechanisch ´ungefähr-
liches´ Kräftedreieck zwischen Mastspitze, Mastfuß und Heck. Eine Bruch-
gefahr wie bei einem mittelständingen Mast besteht nicht mehr.
In Kreta wurde um 1700 v.. der berühmte Diskus von Phaistos gefunden.
Es ist eine Tonscheibe, in die mit Stempeln Figuren und Zeichen eingedrückt
wurden; vermutlich eine Schrift. Ein Stempeleindruck zeigt ein Boot mit einem Stevenmast. Deutlich erkennbar die Rahtakelung (Querbalken an der Mast-spitze.)
a) Alt-japanisches Segelboot
b,c) Das Phaestos Boot mit einem Segel versehen . Wurde mit diesen
Segelbooten um 1700 v.. der kretische Fernhandel betrieben?
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Die konstruktive > Bruchvermeidung< mit einem Stevenmast bedingt einen
hohen Preis. Diese Boote mit einem Stevenmast können nur mit geringer Ab- weichung in Richtung des Windes laufen. Nur bei Rückenwind ist ein Bug-
segel für die Rudermannschaft eine Untersüetzung. Bei Seitenwind drückt
das Bugsegel das Boot schnell aus dem Kurs. Das Boot dreht ab. Die tech-
nische Lösung des Problems;Der Mast muss ind die Mitte des Bootes
Große Flußboote mit weit vorspringenden Bug- und Heckpartien.
a) Anfänglich mit Mast am Bug und vertikalem Segel.
b) Später um 1500 v. mit Mast in der Mitte und horizontalem Segel.
(Problem: Kraft mal Kraftarm)
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Warum sind die aegyptischen Flussboote so ´krumm´?
Weil am Nil kein festes Langholz wächst
In der Technik bestimmt unter anderem das Material die Form. Eine aus
Ziegeln gebaute Brücke sieht anders aus als eine Stahlbüecke. Übertragen
auf den Schiffsbau im Altertum verwundert es deshalb nicht, dass das im
Schiffsbau jeweils verfügbare Holz wesentlich die Form des Schiffes bestim-
men mussIm Norden können lange, verhältnismässig dünne Spaltplanken verwendet
werden Die baumlangen Spaltplanken ermöglichen den Bau von den
typisch spitzovalen KlinkerbootenIn Ägypten nur kurze Balken aus Akazienholz., um 1 meter lang..
Welche Form ist zu erwarten, wenn am Nil zum Bau von Schiffen nur kurzes
Akazien- oder Sycomorenholz verbaut werden kann? Es entstand eine tech-
nisch geniale Konstruktion. Man baut Schiffe mit stark verminderter Zugkraft
entlang der Bordwand. Man passt sich dem verfügbaren > einheimischen< ägyptischen Kurzholz an.
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a) nordischer Klinkerbau. Planken übereinandergelegt und durch Tau, Holz-
stifte oder Nägel miteinander verbunden. Die Zugfestigkeit derVerbindung
hängt abvon der Scherfestigkeit der Dübel.
b) Kraveel
c) ägyptisch
Gegeben zwei rechteckige (!) Barken mit einem Granitblock von 12000 kg
in der Mitte. Beide Boote tauchen über eine Länge von 10 Metern ins
Wasser ein. (Oben 0.6 , unten 1 Meter)
Es zeigt sich, dass das typisch sichelförmig gebogene Flussboot durch Zug- spannungen entlang der Bordwand weniger bruchgefährdet ist als ein lang
im Wasser liegendes > normales< Boot.
Eine kurze Rechnung
Angenommen ein schwimmender rechteckiger Hohlkörper (10 x 2m) wird in
der Mitte mit 12000 kg beladen. Es werden dadurch 12 cbm Wasser ver-
drängt und der Kasten wird 0.6 m eintauchen. Wenn die Ladung von12000
kg nur an einer Stelle in der Mitte des Bootes gelagert wird entstehen Auf-
triebskräfte, die das Boot an Bug und Heck mit jeweils 3000 kg nach ober
drücken. (Summe von Kraft mal Kraftarm).
Das Boot wird gespannt wie ein Bogen und kann in der Mitte brechen wie
ein überspannter Bogen .(Beim Segelschiff wird diese Kraft zusätzlich vom
Mastfuss verstärktt. s.o))Dieselbe Ladung in einem Boot mit einem gebogenen Rumpf.
Die Auftriebskräfte sind nich t mehr gleichmässig über die 10 Meter-Boots-
länge verteilt. Entsprechend der jeweiligen Eintauchtiefe nehmen die Auf-
riebskräfte von einem Maximum in der Mitte des Schiffe bis zu einem
Minimum an Bug und Heck kontinuierlich ab.
Die Summe der entstehenden Hebelkräfte betraegt deshalb bei gleicher
Tragkraft von 12000 kg nur 2000 Kg an Bug und Heck. Ein Nachteil ist der
grössere Tiefgang.Ein genialer technischer Trick sind die vorspringenden, über dem Wasser liegenden Bug- und Heckpartien, denn sie ziehen mit ihrem Gewicht -da
ohne Wasserdruck von unten ( ! ) - Bug und Heck nach unten. Sie wirken
dadurch der Bogenspannung am Bootsboden entgegen. Diese Kräfte
können durch Verlagerung der Ladung , z.B . 500 kg an Bug und Heck
wirkungsvoll erhöhht werden.Die Kraft dieser nach unten drückenden Schiffsteile kann so stark werden,
daß ein Tau über dem Deck vom Bug zum Heck gespannt werden muss, um
die Zugkräfte entlang der oberen Hälfte der Bordwand aufzunehmen. Dieses Spanntau ist häufig abgebildet. (Im Bild anstatt Druck Zug sorry)
Die ursprüngliche Hebelkraft von 2 000 kg wird auf 1300 kg verringert. Das
heisst durch die gebogene Form und den überragenden Bug- und Heck-
partien wird ein gekrümmtes Boot bei gleicher Ladung um das 2.3 fache
weniger durch Zugkräfte belastet als ein >normales< lang im Wasser liegen-
des Schiff.Nachteil: Die gebogenen Boote ´laufen´ nicht vor dem Wind. Sie laufen wie
ein´Topf´ bei Seitenwind leicht aus dem Ruder. Am Nil kein Problem. Der
Fluss verläuft Sued-Nord. Der Wind kommt konstant von achtern gegen die
Strömung. Zurück ohne Segel vom Fluss > bergab< geschoben.
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Zusammenfassung Aus S icht des Technikers ist es unwahrscheinlich, dass
im Alten Reich Seeschiffe entwickelt wurden. Es fehlen am Nil wesentliche Voraussetzungen:
1) Es ist keine Notwendigkeit und damit keine Motivation zu erkennen, wes-
halb der ägyptische >Ureinwohner<, wer immer das gewesen ist, mit seinem
Papyrusboot um 3400 v. den vertrauten Nil verlassen soll, um aufs offene
Meer zu fahren. Was soll er dort im vierten Jahrtausend?
2) Die Bootsbauer im Alten Reich waren von Anfang an (!) erfahrene Holz-
techniker. Sie verwenden Zedern aus dem benachbarten Libanon. Später
gelingt ihnen mit dem billigeren einheimischen Akazienholz die geniale Kon-
struktion der gebogenen Flußschiffe.
3) Es gibt am Nil keine erkennbare technische Entwicklung vom Papyrus-
boot zum Seeschiff des Snefru. Es fehlt in prädynastischer Zeit an geeigne-
tem Werkzeug zur entsprechenden Holzbearbeitung und es fehlt vor allem
spaltbares Langholz. (Zedern)
4) Die Bootsbauer des Snefru (Vater des Cheops) ver-
wendeten zwei technisch unterschiedliche Methoden
zum Bau der Bordwand: Die Nähtechnik der nordischen Klinkerboote und die später bei den Griechen vorherr-
schende mediterrane Kraweel- Methode.
Cheops Totenboot. (2575-2465) mit hochlaufenden Steven
5) Eine vergleichbare technische Entwicklung zum Segelschiff ist sowohl am
Nil als auch in Kreta zu erkennen. Der Mast wird zwischen 1700 bis 1500 v
allmählich vom Bug ins Mittschiff verschobenP.S. technische Seminararbeit: Bauen Sie ein 15 Meter langes Schiff aus 2 Meter
langen Balken, verbunden durch Holzdübel
Lösung: Komputer sagt: s. ägyptische gebogene Flussboote.
14.09.04 upd.
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