Bericht des Diodor von Sizilien (1.Jhd.v.)
1) (...) Von denen nämlich, welche die alten Sagen aufgeschrieben haben, sagen Hekatäus und einige andere,dass in den dem Kelten- lande gegenüberliegenden Gebieten gegen den Okeanos hin eine Insel sei nicht kleiner als Sizilien. Diese reiche bis zu den Bärinnen und werde bewohnt von den Hyperboreern, so genannt, weil sie weiter hinauf wohnen als der Nordwind. Guten Bodens und alle Früchte tragend, auch durch günstige Luftwärme ausgezeichnet, reife sie zweimal Früchte im Jahre.
2) Sie erzählen, dass auf ihr Leto geboren sei; deshalb werde auch Apollon am meisten von allen Göttern bei ihnen geehrt; sie selbst seien gleichsam Priester des Apollon, da sie diesen Gott täglich im Gesange preisen und zugleich aufs herrlichste ehren. Es bestehe aber auf der Insel auch ein Hain des Apollon überaus prächtig und ein merkwürdiger Tempel mit vielen Weihgeschenken geschmückt, der Gestalt nach von Ansehen eine Kugel.( (Grundriss: rund)
3) Auch eine Stadt bestehe dort diesem Gotte heilig. Von ihren Einwohnern seien die meisten Zitherspieler und sängen, unaufhörlich in dem Tempel zitherspielend, dem Gotte Preislieder und rühmten seine Taten.
4) Es hätten die Hyperboreer eine eigene Sprache, auch seien sie gegen die Hellenen aufs freundlichste gesinnt, am meisten gegen die Athener und Delier, ein Wohlwollen, das sie aus alter Zeit überkommen hätten. Auch erzählen sie, dass einige Hellenen zu den Hyperboreern
gereist seien und kostbare Weihgeschenke mit hellenischen Inschriften zurückgelassen hätten.5) Ebenso habe auch von den Hyperboreern Abaris, nach Hellas gekommen, die Freundschaft und Verwandtschaft mit den Deliern erneuert. Von dieser Insel aus soll der Mond in ganz geringem Abstand von der Erde erscheinen, auch sollen einige bergähnliche Erhebungen auf ihm sichtbar sein.
6) Gesagt wird auch, dass der Gott alle 19 Jahre auf die Insel herab- komme, in welchem Zeittraum sich die Ausgangsstellungen der Sterne wiederherstellen, und deshalb werde der Zeitraum von 19 Jahren von den Hellenen Metons Jahr genannt.
7) Zu dieser Erscheinung spiele der Gott die Zither und tanze einen Rundreigen ununterbrochen in den Nächten von der Frühlingsgleiche bis zum Aufgange der Plejaden, sich ergötzend an den eigenen Glückstagen. Die Königsherrschaft über diese Stadt übten und den heiligen Hain verwalteten die sogenannten Boreaden, Sprösslinge des Boreas, und die Herrschaft vererben sich dauernd in diesen Geschlechtern.
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Encyclopedia Britannica >> Boreas<<
"in Greek mythology, the personification of the north wind. He carried off the beautiful Oreithyia, a daughter of Erechtheus, king of Athens; they lived in Thrace as king and queen of the winds and had two sons, Calais and Zetes.To show his friendliness for the Athenians, Boreas wreckedthe fleet of the Persian king Xerxes off the promontory of Sepias in Thessaly; in return the Athenians built him a sanctuary or altar near the Ilissus and held a festival (Boreasmos) in hishonour. In works of art Boreas was represented as bearded, powerful, draped against cold, nd winged.